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Handwerksberufe – Da fühlst Du was!

Ein Studium ist längst nicht mehr die beliebteste Ausbildungsform

Worauf legen junge Menschen in diesen Tagen Wert, wenn es um die eigene Ausbildung geht? Sind guter Verdienst, Sicherheit und beste Zukunftsaussichten noch wichtige Kriterien, an denen sich Schulabgänger orientieren, oder spielen inzwischen auch andere Punkte eine Rolle? Beim Gespräch mit einer Ausbilderin zeigt sich, dass bei vielen Auszubildenden die Entscheidung, welcher Beruf es nun werden soll, die schwierigste Aufgabe ist. „Es gibt immer noch angebliche ‚Traumberufe‘, die am Ende dann gar nicht so traumhaft sind“, sagt die Expertin.

29.01.2021

Foto: ©Maridav – stock.adobe.com

„Noch vor zehn Jahren war es so, dass Schulabgänger entweder ein Studium anstrebten oder sich auf Berufe wie KFZ-Mechatroniker, IT-Systemkaufleute oder Medizinische Fachangestellte bewarben. Das führte zu einem Run auf diese Berufe und lies sehr viele Ausbildungsmöglichkeiten ungenutzt. Das ist mittlerweile anders.“ Die berufliche Orientierung ist dennoch für viele die größte Hürde. „Erst mal ein Studium beginnen klingt ein wenig so, als würde man die Entscheidung, was man letztlich beruflich machen möchte, noch ein wenig vertagen, aber so ist es nicht“, weiß die Ausbilderin, „im Studium wird vom ersten Tag an erwartet, dass man genau weiß, was man will. Wer hier ohne konkrete Ziele startet, scheitert häufig.“

Das Handwerk hat sich in den vergangenen Jahren gegenüber der universitären Ausbildung „emanzipiert“ und insbesondere mit der Möglichkeit eines dualen Studiums einen Fuß in die akademische Welt eröffnet, den es so vorher nicht gab. Dies, so stellt sich heraus, ist aber letztlich nur für einen kleinen Teil der Auszubildenden wirklich interessant. „Viel wichtiger ist, dass die jungen Menschen fühlen, welcher Beruf zu ihnen passt. Praktika geben hier die Chance, nach diesem Gefühl zu suchen.“ Das klassische Schulpraktikum ist dabei in der Regel erst der Anfang. „Viele Schüler nutzen die Ferien, um wochenweise in unterschiedliche Berufsbilder hineinzuschnuppern und für sich selbst herauszufinden, welche Ausbildung sie besonders anspricht.“ Dabei ist es ein wenig wie bei der Partnerwahl, denn mit seinem Beruf ist man in den meisten Fällen ein Leben lang verbunden. „Wenn es da schon am Anfang nicht stimmt, steht die ganze Beziehung unter einem schlechten Stern“, sagt die Expertin.
 

Wie riesig die Auswahl Berufen vor allem im Handwerk ist, lässt ein Besuch des Internetauftritts der Handwerkskammern erahnen. Hier kann man die ungeheure Vielfalt handwerklicher Berufe erforschen und sich ein Bild davon machen, welcher der vorgestellten Ausbildungen am besten passt. Ein ehrlicher Blick ins eigene Ich ist Voraussetzung. Was möchte ich erreichen? Meister oder Geselle? Welche Werte sind für mich von Bedeutung? Möchte ich Sicherheit und ein planbares Einkommen, oder will ich größtmögliche Flexibilität? Wie sehr möchte ich mich körperlich verausgaben? Hoch aufs Dach oder runter in den Keller? Gibt es Material, das mich besonders anspricht? Holz oder Keramik, Metall oder Kunststoff? Im Handwerk gibt es für jeden das passende Angebot. „Voraussetzung für eine erfolgreiche Berufswahl ist die gute Information vorab“, sagt die Ausbilderin, „wer weiß, worauf er sich einlässt, erlebt keine unangenehmen Überraschungen und kann das Ziel fest ins Visier nehmen.“