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Schattiges Plätzchen statt Platz an der Sonne

Wie wir Schatten spenden

Was gibt es Besseres, als in der Sommerhitze ein Nickerchen im Garten einzulegen? Doch was tun gegen die sengende, blendende Sonne?

29.04.2021

Der Sonnenschirm ist nach wie vor die flexibelste Lösung für einen Sonnenschutz. Foto: supattra - stock.adobe.com

Die naheliegendste Option bildet der klassische Sonnenschirm. Ob für kleine Tischrunden auf der Terrasse oder für Liegen im Garten, das aufklappbare Gestell lässt sich schnell abbauen oder verrücken, um das Wandern der Schatten auszugleichen. Je nach Geschmack gibt es die Schirme aus den unterschiedlichsten Materialien, doch am üblichsten sind für das Gestell Aluminium und für den Schirmstoff Polyester und Acrylfasern. Letzterer ist anfällig für Verschmutzung, Schimmelbefall und das Ausbleichen durch die Sonneneinstrahlung, also Augen auf bei der Wahl des Modells!

Sehr schick sieht ein Ampelschirm aus, bei dem der Ständer an der Seite verläuft. Und wer Sonnenschutz für größere Sitzecken und Essbereiche im Freien benötigt, schaut sich am besten nach einem Großschirm um. Großschirme haben nämlich Spannweiten von mehr als vier Metern. Für die FuturistInnen gibt es einen revolutionären Solarschirm, wie beispielsweise der Dalia-Sonnenschirm, der Solarpanele in den Schirmstoff integriert, um diese nicht nur als Schattenspender, sondern auch als Energieproduzent nutzen zu können.

Wem die runde Form des Schattens nicht zusagt, für den kommt ein weiterer Klassiker im Bereich des Sonnenschutzes infrage. Markisen bieten seit Jahrhunderten nämlich nicht nur Sicht- und Regenschutz, sondern auch kühlen Schatten und Zuflucht vor der Sonne. Man unterscheidet im Wesentlichen zwischen drei Markisenarten: Es gibt Roll-Markisen, bei denen das Tuch auf eine Tuchwelle eingerollt werden kann, Falt-Markisen, die zwar beweglich sind, aber keine Tuchwelle besitzen, und Fest-Markisen, die in ihrer Form und Ausbreitung nicht veränderbar sind. Empfehlenswert für die Beschattung von Balkonen oder Terrassen sind vor allem Gelenkarmmarkisen, die an der Fassade befestigt sind.

Die lassen sich nämlich einfach ausfahren und eignen sich hervorragend zum Schutz für Blumenkästen. Wer hingegen Schatten tiefer im Garten braucht, weit weg von seiner Hausfassade, für den kommt die Schirmmarkise infrage, ein rechteckiger Standsonnenschirm, der oft zwei Stützen besitzt statt einer, und einfahrbar statt einklappbar ist.
        

Sonne ist gut, aber für den Aufenthalt im Garten ist auch ein schattiges Plätzchen wichtig. Die Lounge im Schatten lädt zum Verweilen ein. Foto: Photographee.eu - stock.adobe.com
Sonne ist gut, aber für den Aufenthalt im Garten ist auch ein schattiges Plätzchen wichtig. Die Lounge im Schatten lädt zum Verweilen ein. Foto: Photographee.eu - stock.adobe.com

Segel im Garten? Na klar!

Eine noch luftigere und elegante Lösung bietet das Sonnensegel. Bereits das Kolosseum in Rom war mit solch einer Segeltuch-Plane, dem Velarium, ausgestattet, um die Zuschauerinnen während der Spiele vor der Sonne zu schützen. Das Segel wird an seinen Eckpunkten durch Haken befestigt, etwa an Hauswänden, speziellen Masten oder an einer Verankerung im Erdboden. Spannschlösser, Seilund Flaschenzüge vereinfachen in vielen Konstruktionen dabei das Spannen bzw. Abnehmen der Segel. Klingt zu aufwendig aufzubauen? Kein Problem, denn es gibt auch moderne, elektrisch oder mechanisch aufrollbare Sonnensegelkonstruktionen. Jetzt sind wir doch HobbygärtnerInnen und natürlich gehören Konstrukte aus Metall, Holz oder Kunststoff auch zur Gestaltung des Gartens dazu, doch im Grunde des Herzen wollen wir eigentlich etwas pflanzen! Wir lieben das Grün, also warum nicht Hilfe in der Pflanzenwelt suchen bei der Beschattung? Eine der grünen Möglichkeiten bildet die Pergola. Das ist eine Rankhilfe, ein raumbildender Pfeiler- oder Säulengang, der ursprünglich im Übergangsbereich zwischen Haus und Terrasse als Sonnenschutz diente. Seit der Antike zur Verzierung von Villen beliebt, erfuhr die Pergola insbesondere durch ihre Wiederentdeckung während der Renaissance als klassisches Element des Ziergartens Wertschätzung im Gartenbau.

Ursprünglich bestand die Pergola meist aus Holz, inzwischen werden auch Kunststoff und Metall verwendet. Als Pfostenmaterial können eine Aufmauerung, ein einzelner länglicher Stein (Monolithpergola) sowie Holzstützen oder eine Metallträgerkonstruktion dienen. Wichtig ist die solide Fixierung des Pergolafußes, um ein Umwehen oder Abheben der Pergola zu verhindern. Eine Pergola kann man mit einer Vielfalt von mehrjährigen Ranken bepflanzen. Je nach Klima und Vorliebe eignen sich Blauregen, Drillingsblumen, Waldrebe, Garten-Geißblatt, Kletterrosen, Kletterspindel und Klettertrompete. Von der Pergola kann man sogar direkt Brombeeren oder Himbeeren naschen, ja sogar Trauben. In Portugal wird beispielsweise der Alvarinho-Wein traditionell auf einer Pergola gezogen.

Der Baum als „Big (Schatten)-Spender“

Immer noch nicht genug Grün? Dann ist es wohl Zeit, noch traditioneller zu werden und auf den ältesten Schattenspender der Welt zurückzugreifen: den Baum. Denn ein Garten ohne Baum ist wie Nudeln ohne Sauce – fad und unvollständig.

Der größte Vorteil eines Baumes im Vergleich zu festen Konstruktionen ist, dass der Baum nur im Sommer seinen Schatten auf die Hausterrasse wirft, aber im Winter, wenn viel Sonne gewünscht wird, das Licht hindurchlässt, weil er dann unbelaubt ist. Dass diese Option im Vergleich zu Sonnenschirm und Co unflexibel ist und natürlich Geduld verlangt, sollte jeder GärtnerIn bewusst sein. Bäume sprießen nicht von heute auf morgen in die Höhe. Allerdings stellen sie eine Investition für die Zukunft dar und es gibt nichts schöneres, als Jahrzehnte später mit seinen Liebsten im Schatten eines Baums zu sitzen, den man selbst gepflanzt hat.

Die Attribute an einen schattenspendenden Baum sind zweifelsohne der frühe Austrieb im April, die rasche, recht dichte Belaubung, die dichte, aber nicht zu schwere Krone, Anspruchslosigkeit gegenüber Wind und Wetter, Winterhärte und der geringe Pflegeund Reinigungsauswand. Um nur ein paar zu nennen, so eignen sich die Himalayabirke, der Trompetenbaum, die Blutpflaume, Japanische Ahorne, der Rotahorn, der Eisenholzbaum, die Scheinbuche und die Säulenroßkastanie. Lara de Simone