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Nutzgarten - Wer isst denn da mein Gemüse? 

Schädlinge im Nutzgarten

Da ackert man im wahrsten Sinne des Wortes wochen-, ach, monatelang, päppelt kleine Pflänzchen liebevoll unter Kunstlicht bis zur Outdoor-Tauglichkeit auf, sendet in den ersten Wochen bange Blicke auf die Temperaturanzeige, bis die Hoffnung auf eine gute Ernte sichtbar kräftig im Beet heranwächst …

6.05.2022

Wenn man von Kohlfliegen befallene Blätter berührt, steigt eine Wolke der kleinen Fliegen auf. Gegen sie sollte man dringend etwas unternehmen. Foto: andrei310 - stock.adobe.com

Und dann kommt man eines Tages in den Garten und findet die Reste seiner Bemühungen, abgefressen bis an die Bodenkante, oder über und über mit kleinen, schwarzen oder weißen Tierchen bedeckt vor. Ein üppig bepflanzter Gemüsegarten wirkt nicht nur appetitanregend auf uns Menschen, auch die Tierwelt freut sich über das zusätzliche Nahrungsangebot. Zu unserem Leidwesen.

„Schädling“ ist selbstverständlich grundsätzlich nur eine Einteilung, die wir Menschen vorgenommen haben, der Kohlweißling hätte vermutlich eine ganz eigene Meinung dazu, wenn man ihn befragen könnte, aber letztlich vergreift sich die Schädlingstruppe an unserem Eigentum und das hat niemand gern. Was also tun, wenn es krabbelt und flattert und untergräbt?

Ruhe bewahren!

Leichter gesagt, als getan, denn der drohende Komplettverlust der eigenen Ernte geht an die Nieren, aber es gilt tatsächlich, schon weit im Voraus Maßnahmen zu ergreifen, die in vielen Fällen die Katastrophe verhindern können.

Wer seinen Gegner kennt, kann sich ihm besser entgegenstellen, so lautet eine alte chinesische Weisheit, also schauen wir uns genau an, mit wem wir es in den meisten Fällen zu tun haben. Bei einigen „Mitessern“ kann man nur noch aufstecken, aber gegen die meisten Gemüsevernichter ist tatsächlich ein Kraut (oder etwas anderes) gewachsen. Wir haben eine Liste zusammengestellt, auf der einige Schädlinge und was man gehen sie tun kann, aufgeführt sind.

Da sich unsere Liste auf Insekten beschränkt, hier noch ein paar Tipps, wenn andere ungebetene Gäste auftauchen. Wühlmäuse im Garten können schnell zu einer Plage werden, denn sie vermehren sich rasend schnell. Sie bereits im Frühjahr in Lebendfallen zu fangen und weit entfernt auszusetzen, ist mühsam, aber tierfreundlich, sind sie eingezogen, kann man ihnen ihre Wohnstatt so ungemütlich wie möglich machen. Sie mögen keine Feuchtigkeit und reagieren zuweilen mit Auszug, wenn man ihnen Wasser in den Flur kippt. Auch stark riechende, leere Spirituosenflaschen, mit dem Flaschenhals ins Mauseloch gesteckt, kann die Nager vertreiben. Ein Sud aus Holunder und Knoblauch wird von den Mäusen auch als Grund zum Auszug genommen.

Wenn Jungpflanzen abgefressen sind, müssen nicht immer Schnecken die Ursache sein. Auch Tauben und Krähen haben eine Vorliebe für junges Grün und sollten mit Kulturschutznetzen oder Vogelscheuchen von den Pflanzen abgehalten werden.

Wer Hasen oder Kaninchen in seinem Garten hat, der muss den Fressgästen den Appetit verderben. Das geht am besten mit Lavendelöl, Chilisauce oder etwas Spülmittel auf den Pflanzen. Auch Horn und Knochenmehl schmecken wohl widerlich, weshalb die Langohren eine andere Nahrungsquelle suchen.