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Korkboden ein Alleskönner? Fast!

Natürliches Material, wärme- und schallisolierend, leicht zu pflegen, für Feuchträume eher ungeeignet

Warm, optisch herausragend, strapazierfähig, umweltfreundlich und ohne Schadstoffe: Die Ansprüche an einen Bodenbelag sind äußerst umfangreich. Die Auswahl der Hersteller ist riesig, von Echtholz über Laminat, Fliesen bis hin zu PVC-Bodenbelägen in zahlreichen Optiken und Haptiken oder dem Teppich. Allerdings ist nicht jeder Bodenbelag auch für jeden Raum und jeden Anspruch geeignet. Oder doch? Ein Bodenbelag, der so ziemlich alle aufgeführten Ansprüche erfüllt ist Kork.

13.02.2021

Foto links: rh2010- stock.adobe.com

Kork kennen vor allem Weinliebhaber als Flaschenverschluss. Aus demselben Material kann aber auch ein natürlicher Bodenbelag hergestellt werden. Hierbei wird das Korkgranulat, das beispielsweise als Abfall bei der Herstellung von Korken anfällt mit Kork aus zweiter Wahl und einem möglichst natürlichem Bindemittel zu Blöcken und anschließend zu Platten verarbeitet. Fertig ist der Korkbelag für das Zuhause. Empfehlenswert sind homogene (einschichtige) Korkböden, da die Platte in einem Stück aus dem Block geschnitten wird. Dieser Belag kann man mehrmals abgeschliffen werden. Bei mehrschichtigen Korkboden besteht die Unterlage aus Presskork und die Laufschicht ist ein Furnier aus Dekorkork, das nicht abgeschliffen werden kann.

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Wer an die Umwelt denkt, ist mit Kork gut bedient, handelt es sich doch um einen nachwachsenden Rohstoff. Er wird aus der Rinde des Korkbaums gewonnen. Für die Wohngesundheit empfiehlt es sich, auf einen Korkboden zurückzugreifen, der ohne synthetische Zusatzstoffe hergestellt wird. Hier wird ein Bindemittel aus Naturharzen verwendet. So kann man den neuen Bodenbelag in vollen Zügen genießen. Ein besonders großer Vorteil des Korks ist seine Wärmedämmung. Da darf man auch gerne barfuß durch das Zimmer gehen, denn neben der Wärme überzeugt das Material durch das angenehme Laufgefühl, das es verbreitet. Der Korkboden eignet sich also hervorragend, um eine nicht vorhanden Fußbodenheizung zu kompensieren und somit auch Energie zu sparen. Neben der Wärmeisolierung ist die Schallisolierung hervorzuheben. Denn Kork schluckt nahezu alle Geräusche – als Bodenbelag auch den Trittschall.

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Gut für den Körper, einfach zu pflegen und robust

Elastische Böden haben eine weitere Eigenschaft, die das Laufen bequemer machen: Sie federn. Der Kork ist der König in dieser Klasse der Böden. Das ist auch gesund für die Gelenke und die Wirbelsäule. Die Wirbelsäule wird auch bei der Pflege geschont. Denn Kork ist staub- und schmutzabweisend. Es genügend, den Boden zu saugen und anschließend feucht zu wischen. Zu nass sollte die Reinigung aber nicht sein, denn das mag Kork nicht. Zudem ist der Korkboden gut belastbar. Am Natürlichsten lassen sich Kork und Korkfußböden mit natürlichen Ölen oder Wachsen pflegen und veredeln.

Foto rechts: Alena - stock.adobe.com
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Hand anlegen

Wer sein Zuhause renovieren und dabei einen neuen Boden verlegen möchte, ist mit Kork gut bedient. Dank der geringen Dicke von rund fünf Millimetern kann man Kork getrost auf den vorhandenen Untergrund verlegen. So gibt es kaum Probleme mit Türen oder Schwellen. Kork, der als Bahn geliefert wird, muss komplett verklebt werden. Wer es einfacher haben möchte, greift ähnlich wie bei Laminat auf Korkdielen zurück, die einfach ineinander geklickt werden können. Der Vorteil: Ein schwimmend verlegter Boden kann auch mit in die nächste Wohnung ziehen und einzelne Teile können einfach ersetzt werden. Man sollte aber darauf achten, dass man den Boden mit Fugen verlegt, da er sich ausdehnt. Ist der Boden dann irgendwann in die Jahre gekommen und sieht nicht mehr so frisch aus: Auch kein Problem, denn Kork kann abgeschliffen und so zu neuem Glanz geführt werden.
     

Was ist zu beachten?

Nach all den positiven Eigenschaften gilt es auch einige Nachteile des Korkbodens zu beachten. Je nach Qualität ist er nicht immer sonderlich resistent gegen Kratzer oder zu hohen Druck von oben – schwere Möbel können also Abdrücke hinterlassen. In der Regel hält ein Korkboden etwa 15 Jahre – Parkett hält etwa doppelt so lange. Auch bei zu viel UV-Licht fühlt er sich typisch für einen Naturboden nicht sonderlich wohl, denn hier verliert der Korkboden seine Farbechtheit. Und auch Feuchtigkeit ist nicht der beste Freund des Korks. Denn sein Pendant in der Weinflasche dehnt sich nach dem Kontakt mit der Flüssigkeit aus. Das macht der Kork auch als Boden. Für Küche und Bad ist er also nicht die erste Wahl. Hier ist die Nutzungsklasse des Materials unbedingt zu beachten. Günstig ist das Vergnügen eines Korkbodens leider nicht. Dafür bietet er optisch allerdings eine große Auswahl, denn Korkböden gibt es nahezu jeder Optik – von Holz bis Beton.
 

Im Überblick

Vorteile:
- pflegeleicht
- tritt- beziehungsweise schalldämpfend
- antistatisch
- fußwarm
- biegsam, flexibel
- isolierend

Nachteile:
- dehnt sich aus, daher nur mit Dehnungsfuge verlegbar
- ungeeignet für Küche oder Bad
- schwere Möbel können Abdrücke hinterlassen
- bei zu viel Sonnenlicht kann er ausbleichen